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Yahoo, Fireball oder Lycos – zumindest in Deutschland gab es in der ersten Web-Welle eine ganze Menge Menschen mit der Idee zum Portal. Seitenweise wurde Web-Kataloge mit den besten Sites des Internets angelegt. So sollte der Leser über ein einziges Tor die bunte Welt des World Wide Webs entdecken.

An manchen Stellen sind die Überreste dieser Idee noch gut zu sehen. Mit dem Blick auf die heutige Stellung von Google wirkt der Gedanke heute allerdings etwas angestaubt.

Umso erstaunlicher ist eine Pressemitteilung zu einem neuen Schweizer Angebot mit dem Namen Swize:

„Swize“ heisst der erste auf die Schweiz fokussierte Newsaggregator, welcher speziell für das iPhone entwickelt wurde. Die unter www.swize.ch erreichbare Webanwendung ermöglicht es, News aus verschiedenen Quellen zusammenzuziehen und in einer für das Apple iPhone optimierten, kompakten Darstellung wiederzugeben.

Die wichtigsten Newsfeeds stehen dem Benutzer standardmässig zur Verfügung. Ohne Registrierung können beliebige weitere Newsquellen hinzugefügt werden. Die persönlichen Favoriten können separat verwaltet werden.“ (Quelle: www.frappant.ch)

Wie schon im Web hat die Idee auch in der Anfangsphase des iPhones seinen Charme. Mit einer erfreulich einfachen Navigation, kann ich News von Schweizer Medien, Internationaler Presse und anderen Quellen abrufen. Im heimischen WLAN geht das sehr schnell und einfach und erspart das mühsame Eintippen jeder Webadresse.

Solange keine Widgets für Schweizer Medienangebote vorhanden sind, ist dieser Service wirklich praktisch. Allerdings hat die Auswahl der Schweizer Quellen noch Verbesserungspotenzial: 20 Minuten, Basler Zeitung, Blick, Espace, NZZ, heute, punkt.ch, SF Tagesschau oder Swissinfo sind ein Anfang. Ein paar Angebote mehr hat die Schweizer Medienlandschaft aber schon zu bieten. Oder?

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Wenn vor acht Jahren über den Erfolg von Websites gesprochen wurde, ging es vor allem um so genannte Page Impressions. Das sind Abrufe einzelner Webseiten. Irgendwann haben dann alle gemerkt, wie leicht man diese Seitenabrufe mit Bildergalerien oder kleinen Quiz-Tools in die Höhe treiben kann. Deshalb wurden später auch die Besucher und Besuche einer Webseite zu wichtigen Grössen.

Im Moment wandelt sich die Medienlandschaft jedoch so schnell, dass es schon ein Erfolg ist, wenn die Leser einem Medienhaus überhaupt treu bleiben. Immer mehr Anbieter gehen deshalb dazu über Ihre Inhalte auf ganz verschiedenen Kanälen anzubieten. Den Besuchern des britischen Portals Videojug wird deshalb zum Beispiel jeder Film fürs Web, den iPod, das Mobiltelefon oder die portable Sony-Spielkonsole PSP angeboten.

videojug.jpgAngebot bei http://www.videojug.com

Den deutschen Spiegel gibt es im Web, als Magazin, im TV und fürs Handy. Und auch die Kolumnisten Schreiber vs Schneider machen neben ihren Kolumnen in der Coopzeitung auch Audio– und Videoformate für den iPod.

Wenn es um Texte geht ist RSS eine tolle Möglickeit für Verlage an unterschiedlichen Orten genutzt zu werden. Bei Anbietern wie Bloglines, Netvibes oder iGoogle kann sich jeder seine private Nachrichtenseite mit Widgets und RSS-Schlagzeilen basteln. Die passenden Links dazu gibt es zum Beispiel hier:

NZZ
Blick
20 Minuten
Der Spiegel
Weltwoche
cashdaily
Dieser Blog

rss.jpgRSS-Abo in Firefox-Ansicht

Für das kleine wireless Device Chumby, das seit vergangener Woche in meiner Küche steht, ist RSS auch eine tolle Erfindung. Da der Chumby bisher nur in den USA und via Ebay verkauft wird, gibt es noch keine Schweizer Widgets für ihn. Da ist es klasse, wenn ich mir mit einem RSS-Reader die Schweizer Nachrichten auf den Touchscreen holen kann.

In der Theorie ist das toll. In der Praxis muss ich sagen, dass der Grossteil der RSS-Feeds aus der Schweiz und Deutschland sehr stiefmütterlich behandelt wird. Wenn RSS-Feeds

• nur aus einer Neugier weckenden aber nichts sagenden Überschrift bestehen
• automatisch generiert werden und Meldungen deshalb mitten im Wort abbrechen
• schlampig abgefüllt werden und statt der Nachricht nur Quellcode kommt
• oder an einem Montag noch das Datum vom Samstag tragen

dann ärgert das Chumby und mich gewaltig. Ein Erlebnis, das ich bis zum nächsten Besuch am Kiosk bestimmt nicht vergessen habe.

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Im April soll ich einen Workshop am Institut HyperWerk der Fachhochschule Nordwestschweiz leiten. Bei der Vorbereitung darauf habe ich nochmal über die wichtigsten Unterschiede zwischen Print und Web nachgedacht.

Dabei musste ich an meine Zeit als Volontär denken. Während dieser Journalisten-Ausbildung habe ich bei der Lektüre der regionalen Tageszeitung immer auf die Autoren der Artikel geachtet. Irgendwann habe ich dann schon beim Blick auf die Autorenzeile entschieden, dass ich diesen Artikel nicht lesen will.

Von oben herab, langweilig, doziert oder zu kompliziert geschrieben? Die Gründe für eine solche Entscheidung sind vielfältig. Die Zeitung habe ich wegen solcher Autoren trotzdem nicht aus der Hand gelegt.

Im Online-Journalismus ist das komplett anders Wer langweilt, verliert, denn wie im TV kann ich im Web sofort zur nächsten News- oder Unterhaltungsquelle zappen. Und genau deshalb werden an Online-Texte ganz besondere Anforderungen gestellt:

1. Optische Stukturierung des Textes ist wichtig:

  • Erfolgreiche Newswebseiten wie die BBC, der Spiegel oder auch die NZZ beginnen Ihre Meldung mit dem Kern der Nachricht im fett gedruckten Lead.
  • Erfolgreiche Newssites passen die Form an die Lesesituation am Bildschirm an. Beim Guardian oder bei LoudounExtra, dem neuen Lokalangebot der Washington Post, werden Texte deshalb in sehr kurze Absätze unterteilt.
  • Aufzählungen wie in diesem Blog lassen sich einfacher lesen, wenn sie als Listen mit Bullets dargestellt werden. Lange Sätze mit Kommas sind zu anstrengend zum Lesen.

2. Sprachliche Anpassung an das Medium ist nötig:

  • „Ein Radiosatz hat nicht mehr als 15 Wörter.“ Mit dieser Faustregel aus alten Privatfunk-Tagen kommt man auch im Web recht weit. Im Prinzip geht es darum die Geschichte kurz, prägnant und in möglichst einfachen Worten zu erzählen. Mit aktivem Satzbau ist ebenfalls schon viel gewonnen. Das gilt nicht nur bei den Artikeln der deutschen Netzeitung.
  • Die Tradition ist uralt: Schon bei der Zeitung soll die Überschrift den Leser in den Artikel locken. Online gilt das noch viel mehr und deshalb sind die Überschriften oft noch zugespitzter als im Print. Blick-Online und Bild machen das analog zur Boulevard-Tradition ihrer Print-Mütter. Doch auch beim deuschen Nachrichtenmagazin Spiegel und anderen Portalen in Deutschland haben Wissenschaftler der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Tendenz zum Boulevard festgestellt.

3. Online bietet mehr Erzähl-Möglichkeiten:

bbc.jpg


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