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Im April soll ich einen Workshop am Institut HyperWerk der Fachhochschule Nordwestschweiz leiten. Bei der Vorbereitung darauf habe ich nochmal über die wichtigsten Unterschiede zwischen Print und Web nachgedacht.

Dabei musste ich an meine Zeit als Volontär denken. Während dieser Journalisten-Ausbildung habe ich bei der Lektüre der regionalen Tageszeitung immer auf die Autoren der Artikel geachtet. Irgendwann habe ich dann schon beim Blick auf die Autorenzeile entschieden, dass ich diesen Artikel nicht lesen will.

Von oben herab, langweilig, doziert oder zu kompliziert geschrieben? Die Gründe für eine solche Entscheidung sind vielfältig. Die Zeitung habe ich wegen solcher Autoren trotzdem nicht aus der Hand gelegt.

Im Online-Journalismus ist das komplett anders Wer langweilt, verliert, denn wie im TV kann ich im Web sofort zur nächsten News- oder Unterhaltungsquelle zappen. Und genau deshalb werden an Online-Texte ganz besondere Anforderungen gestellt:

1. Optische Stukturierung des Textes ist wichtig:

  • Erfolgreiche Newswebseiten wie die BBC, der Spiegel oder auch die NZZ beginnen Ihre Meldung mit dem Kern der Nachricht im fett gedruckten Lead.
  • Erfolgreiche Newssites passen die Form an die Lesesituation am Bildschirm an. Beim Guardian oder bei LoudounExtra, dem neuen Lokalangebot der Washington Post, werden Texte deshalb in sehr kurze Absätze unterteilt.
  • Aufzählungen wie in diesem Blog lassen sich einfacher lesen, wenn sie als Listen mit Bullets dargestellt werden. Lange Sätze mit Kommas sind zu anstrengend zum Lesen.

2. Sprachliche Anpassung an das Medium ist nötig:

  • „Ein Radiosatz hat nicht mehr als 15 Wörter.“ Mit dieser Faustregel aus alten Privatfunk-Tagen kommt man auch im Web recht weit. Im Prinzip geht es darum die Geschichte kurz, prägnant und in möglichst einfachen Worten zu erzählen. Mit aktivem Satzbau ist ebenfalls schon viel gewonnen. Das gilt nicht nur bei den Artikeln der deutschen Netzeitung.
  • Die Tradition ist uralt: Schon bei der Zeitung soll die Überschrift den Leser in den Artikel locken. Online gilt das noch viel mehr und deshalb sind die Überschriften oft noch zugespitzter als im Print. Blick-Online und Bild machen das analog zur Boulevard-Tradition ihrer Print-Mütter. Doch auch beim deuschen Nachrichtenmagazin Spiegel und anderen Portalen in Deutschland haben Wissenschaftler der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Tendenz zum Boulevard festgestellt.

3. Online bietet mehr Erzähl-Möglichkeiten:

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