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Archive for März 2008

Christoph Lüscher ist Projektleiter und einer der Erfinder von FACTS 2.0, dem Newsnetzwerk der Tamedia in Zürich. Gleichzeitig ist er Geschäftsführer der Datingplattform PartnerWinner.ch. Christoph Lüscher und der Betreiber dieses Blogs kennen und duzen sich seit ihrer Zusammenarbeit beim Aufbau eines crossmedialen Partnerschaftsformats für die Coopzeitung.

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Web-News vom TV-Sender AL JAZEERA, Ansichten aus dem Blog zum Thema Anmut und Demut oder Meldungen aus der NZZ. Weiss Dein Chef bei der Tamedia eigentlich, was die Besucher von Facts 2.0 so alles unter Eurem Dach für Informationen abonnieren können?

Absolut. Radikale Offenheit, gleiche Ausgangslage für alle Quellen und Vernetzung waren von Anfang an Teil des Konzepts. Freilich im Rahmen eines Experiments finden meine Vorgesetzten einfach spannend, was passiert, wenn man auf der grünen Wiese mal etwas so richtig internettiges macht.

Wann hat Dein Chef aufgehört, die Idee Facts 2.0 für verrückt zu halten und wie hast Du die Verantwortlichen von dem Konzept überzeugt?

Die Idee kam erstaunlich rasch an, wohl auch weil der mögliche Gewinn (tiefgreifende Erkenntnisse über das Funktionieren der Aufmerksamkeitsökonomie im Internet, möglicher finanzieller Erfolg) in einem offensichtlich guten Verhältnis zum recht geringen Risiko standen. Wir konnten FACTS 2.0 auf modernster, schlanker Technologie und teils auf einer bestehenden Applikation aufbauen. Offshoring und viel Goodwill von allen Beteiligten liessen FACTS 2.0 zu einem der schnellsten und schlanksten Webprojekte werden, die ich persönlich kenne. Ende Juni hatten wir die erste Idee, anfang September waren wir mit einer ersten Version online.

Ich habe dieses Jahr noch ein Klassentreffen. Bei so einem Anlass verstehen immer weniger Teilnehmer, was ich heute eigentlich beruflich mache. Wie erklärst Du einem ehemligen Mitschüler die Idee hinter FACTS 2.0 und was Du da machst?

Unlängst hat mich doch tatsächlich jemand gefragt, wann ich denn gedenke, in meinem Leben noch „etwas Richtiges“ zu machen. Online Dating lässt sich jedem erklären: Du suchst einen Partner, Du findest ihn bei uns. FACTS 2.0 ist da schon schwieriger. Ich versuche, die Leute bei ihrem Interesse abzuholen: wenn Du Dich für das Weltgeschehen unter Ausnahme von Britney Spears interessierst und gerne diskutierst, dann schau mal vorbei, online verstehst Du es besser, als wenn ich es Dir hier erkläre. Wenn mir allerdings jemand sagt, das Internet sei nicht real, dann lächle ich und gehe meines Weges. Den Hang zum missionieren habe ich längst abgelegt.

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Wer sich für Neue Medien interessiert, kann viel lernen, wenn er die Macher zu Wort kommen lässt. Deshalb sollen hier in den kommenden Wochen auch immer wieder Interviews veröffentlicht werden. Nach dem Gespräch mit Felix Soh, dem Leiter Digitale Medien, bei der Singapore Press Holdings sollten jetzt auch die Erfinder von chumby zu Wort kommen. Klappt nicht, meint PR-Stimme Ashley Aruda:

„Wir entwickeln das Gerät immer noch weiter und können keine Stellungsnahme zu internationalen Anfragen nehmen. Chumby ist im Moment nur für die USA konzipiert und ist auch nur dort verfügbar.“

Schade für die europäischen Interessenten. Zum Trost sei gesagt, dass in Kanada und Australien auch verzweifelt auf den Import gewartet wird.

Für die Interviewreihe ist die Antwort nicht tragisch. Denn mit Chris Lüscher, Projektleiter und einer der Erfinder von FACTS 2.0, dem Newsnetzwerk der Tamedia in Zürich, gibt es für diese Woche bereits einen sehr interessanten Gesprächspartner.

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Die glorreichen Sieben

Wird der Chumby bald offiziell in der Schweiz verkauft? Das ist nur eine von mehreren Interviewfragen, die ich am Wochenende an die Pressestelle in die USA geschickt habe. Mal schauen, wann es zu diesen und anderen Interview-Themen, die im Moment angefragt sind, die ersten Antworten gibt.

Bis dahin bleibt nach knapp zwei Wochen mit dem Chumby Zeit für meine persönliche Hitliste der Widgets:

  1. Weather by the Weather Channel – Mein erster Blick beim Frühstück
  2. flickr Photos – Die schönsten Fotos vom Singapur-Trip
  3. Chumby RSS Reader – Schweizer Meldungen auf den Touchscreen
  4. The New York Times – Was Menschen in den USA bewegt
  5. Cucko Clock – Die Kuckucksuhr ist immer für einen Lacher gut
  6. Kane Approves – Beifall für jeden
  7. Engadget – Neues für Technikfans

flickr-Fotos im Hintergrund
blog-chumby.jpg

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Was sehe ich denn da? Seit dem 21. März 2008 gibt es unter www.chumby.com das erste Chumby-Widget für ein Thema aus der Schweiz. Es liefert die Schnee-Menge und ist auch hier zu bewundern.

Auf den Chumby abonnieren oder beim SLF ansehen.

chumby-schnee.jpg

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Filme über Filme und an jedem klebt der verführerische Share-Button, mit dem sich das Video in die eigene Webseite integrieren lässt. Grundsätzlich wäre Youtube eine traumhafte Quelle für Journalisten um den Webauftritt der Tageszeitung aufzuwerten. Inzwischen gibt es fast kein Thema in der Online-Berichterstattung ohne einen passenden Beitrag auf der Videoplattform.

Wer jemals mit einem Medienrechtler über das Thema gesprochen hat, wird aber schnell vorsichtig. Wie andere Plattformen aus der Web 2.0-Ära arbeitet auch Youtbe mit Allgemeinen Nutzungsbedingungen , die kommerziellen Anbietern wie Verlagen nur wenig Spielraum zur Nutzung lassen.

Bei privaten Blogs, die nicht erfolgreich vermarktet sind, würden Juristen wahrscheinlich anders argumentieren. Doch hier spielt uns die Unternehmenspolitik in Schweizer Firmen einen Streich. Vergangene Woche war zu lesen, dass die Credit Suisse ihren Mitarbeiter den Zugang zu Facebook sperrt. Das ist grundsätzlich kein neues Phänomen, denn in anderen Schweizer Firmen wird der Zugang zu Blogs wie Blogwiese, Angeboten wie Mindmeister oder eben Youtube ebenfalls gesperrt.

Ich finde das in den meisten Fällen in Ordnung, denn Facebook und Fun-Videos gehören für den Grossteil der Schweizer eben nicht zu ihrem Job. Schwierig wird es nur, wenn immer mehr Blog-Posts an einem Youtube-Video aufgehängt werden. In der Büronutzung gibt es da bei einigen Lesern nur noch weisse Löcher und Fehlermeldungen.

In den vergangenen Wochen war das recht häufig beim Blog des Magazins De:Bug und dem Frogblog der Futurecom zu beobachten.

Heute soll das auch mal in diesem Blog passieren, denn gestern bin ich noch über einen tollen Clip zu Chumby, meinem neuen wireless Device, gestolpert.

Hier folgt ein Youtube-Video zu Chumby:

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Für das Kind im Manne

Die erste Woche mit meinem Chumby ist fast vorbei. Und heute kam doch tatsächlich noch eine Mail von einem Geschäftskontakt: „Da 179 USD für einen Wecker aber ziemlich viel Geld ist, möchte ich kurz bei Ihnen fragen ob Sie ihn mir empfehlen würden. „

Zeit für einen Wochenrückblick, denn die Frage bringt mich zu einem netten Dejà-vu. Vor einigen Jahren haben mir Arbeitskollegen ähnliche Fragen zu meinem ersten iPod geschickt. Und auch dieses Mal kann ich nach einer Woche sagen: Es kommt ganz auf die Ewartungen an:

  • Technisch hatte ich keine Probleme. Das Einrichten war sehr einfach. Im aktuellen Betrieb geht der Wechsel vom Standby- in den Online-Modus sehr schnell
  • Als Vorführ-Effekt hat vergangenen Samstag beim Besuch eines Kollegens mal der IP-Radio-Part gestreikt, aber inzwischen geht er wieder. Ich persönlich nutze aber lieber mein Noxon IP-Radio von Terratec, da ich da eine bessere Senderauswahl habe.
  • Der Touchscreen ist etwas gewöhnungsbedürftig, da Chumby eher auf den Fingernagel als auf den ganzen Finger reagiert
  • Die Stromversorgung ist kein Problem, da das Netzteil laut Hinweis auf dem Stecker von 110 bis 220 Volt betrieben werden kann und bereits mit Wechselstrom ausgeliefert wird. Deshalb ist es wichtig, das man für den amerikanischen Stecker einen Adapter kauft, der nur mechanisch ist. Ich bin kein Techniker, aber im Laden wurden mir erklärt, dass es auch Adapter gibt, die von Gleich- auf Wechselstrom umpolen. Mein Adapter, der das nicht tun muss, hat nur 3 Franken gekostet.
  • Wie gut der Wecker funktioniert, kann ich noch nicht sagen, da mein Chumby in der Küche steht.
  • Die Einstellung von Zürich als Timezone und Ort für das Wetter-Widget waren kein Problem.

Ich persönlich habe mir den Chumby so ein wenig unter dem „wie bekommen wir morgen unsere News“-Motto gekauft. Inzwischen gibt es ja sogar schon die ersten wireless Bilderrahmen, die via Framechannel ebenfalls mit Nachrichten oder Unterhaltungselementen gefüllt werden können. Die Rahmen sind meist deutlich teurer und das Angebot von Chumby gefällt mir inhaltlich deutlich besser:

  • Dank RSS-Reader bekomme ich auch Schweizer Nachrichten auf den Schirm. Eine solche Möglichkeit habe ich bei Framechannel noch nicht gefunden.
  • Beim Blick auf die Teamseiten von Chumby entsteht der Eindruck, dass hier einige alte Technologie- und Web-Hasen am Werk sind. Dementsprechend schnell ist die Entwicklung der Widgets für Chumby. Natürlich interessiere ich mich nicht für amerikanischen Baseball-Ergebnisse. Trotzdem ist es interessant, was die Entwickler fast täglich an neuen Widgets veröffentlichen.
  • Meiner Flickr-Fotos vom Singapur-Aufenthalt laufen hervorragend durch. Bei der Grösse des Bildschirms ist aber natürlich kein beeindruckendes Bilderlebnis möglich. Das ist in etwa so, wie wenn man sich beim Rückflug aus den Ferien seine Bilder auf dem Display der Digitalkamera anschaut.
  • Neben meinem Newschannel habe ich einen Testchannel für das Kind im Manne eingerichtet. Da läuft das ganze Fun-Angebot: Elefanten, Fische und Pandabär aus Zoo-Webcams oder der Kanal mit einer Kuckucksuhr. Wer will kann sich auch alte Werbespots oder die besten Sprüche Lettermans auf dem Chumby anschauen.

Mein Fazit nach einer Woche. Macht Spass und ich hoffe, dass die Technik weiterhin so stabil bleibt.

„Für das Kind im Manne. Der Kuckuck im Chumby“

kukuck.jpg

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Wenn vor acht Jahren über den Erfolg von Websites gesprochen wurde, ging es vor allem um so genannte Page Impressions. Das sind Abrufe einzelner Webseiten. Irgendwann haben dann alle gemerkt, wie leicht man diese Seitenabrufe mit Bildergalerien oder kleinen Quiz-Tools in die Höhe treiben kann. Deshalb wurden später auch die Besucher und Besuche einer Webseite zu wichtigen Grössen.

Im Moment wandelt sich die Medienlandschaft jedoch so schnell, dass es schon ein Erfolg ist, wenn die Leser einem Medienhaus überhaupt treu bleiben. Immer mehr Anbieter gehen deshalb dazu über Ihre Inhalte auf ganz verschiedenen Kanälen anzubieten. Den Besuchern des britischen Portals Videojug wird deshalb zum Beispiel jeder Film fürs Web, den iPod, das Mobiltelefon oder die portable Sony-Spielkonsole PSP angeboten.

videojug.jpgAngebot bei http://www.videojug.com

Den deutschen Spiegel gibt es im Web, als Magazin, im TV und fürs Handy. Und auch die Kolumnisten Schreiber vs Schneider machen neben ihren Kolumnen in der Coopzeitung auch Audio– und Videoformate für den iPod.

Wenn es um Texte geht ist RSS eine tolle Möglickeit für Verlage an unterschiedlichen Orten genutzt zu werden. Bei Anbietern wie Bloglines, Netvibes oder iGoogle kann sich jeder seine private Nachrichtenseite mit Widgets und RSS-Schlagzeilen basteln. Die passenden Links dazu gibt es zum Beispiel hier:

NZZ
Blick
20 Minuten
Der Spiegel
Weltwoche
cashdaily
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rss.jpgRSS-Abo in Firefox-Ansicht

Für das kleine wireless Device Chumby, das seit vergangener Woche in meiner Küche steht, ist RSS auch eine tolle Erfindung. Da der Chumby bisher nur in den USA und via Ebay verkauft wird, gibt es noch keine Schweizer Widgets für ihn. Da ist es klasse, wenn ich mir mit einem RSS-Reader die Schweizer Nachrichten auf den Touchscreen holen kann.

In der Theorie ist das toll. In der Praxis muss ich sagen, dass der Grossteil der RSS-Feeds aus der Schweiz und Deutschland sehr stiefmütterlich behandelt wird. Wenn RSS-Feeds

• nur aus einer Neugier weckenden aber nichts sagenden Überschrift bestehen
• automatisch generiert werden und Meldungen deshalb mitten im Wort abbrechen
• schlampig abgefüllt werden und statt der Nachricht nur Quellcode kommt
• oder an einem Montag noch das Datum vom Samstag tragen

dann ärgert das Chumby und mich gewaltig. Ein Erlebnis, das ich bis zum nächsten Besuch am Kiosk bestimmt nicht vergessen habe.

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