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Archive for Februar 2008

Ich nehme alles zurück. Wir können jeden Hinweis in Sachen “kalte Klima-Anlage” aus den vergangenen Wochen streichen. Seitdem ich zurück im Schweizer Winter bin, bekommt das Adjektiv “kalt” wieder eine ganz andere Bedeutung. Trotzdem gibt es – wie versprochen – zum Abschluss noch ein kurze Passage aus einem Interview mit Felix Soh, dem Leiter Digitale Medien bei der Singapore Press Holdings.

Im Juni feiert STOMP den zweiten Geburtstag. Was war das Schwierigste beim Aufbau im Umfeld eines traditionellen Medienhauses?
Die erste Herausforderung war, dass es für die Einwohner von Singapur ein vollkommen neues Angebot war. Das Zweite war der Entwicklungsprozess. Viele Leute sagen ja das Internet lebt in einem fliessenden und chaotischen Prozess. Aber ich finde um eine solche Webseite zu betreuen muss man ein gewisse Disziplin haben. Wir haben uns deshalb einige Regeln gegeben. Wir wollten von Anfang an jede Meldung, die uns die Leser ins Haus geschickt haben, veröffentlichen. Irgendwann merken die Leute: Hey, STOMP veröffentlicht meinen Hinweis.

Was ist der grösste Unterschied zwischen Bürgerjournalismus und traditionellem Lokaljournalismus?
Wir haben eine grössere Themenvielfalt und berichten über alles, was in der Gegend passiert. Wir haben für alles Platz, denn eine traditionelle Lokalzeitung ist ja immer räumlich begrenzt. Einige unserer Themen würden in einer ernsthaften Zeitung aber sicher nicht erscheinen.

Was für Schwierigkeiten gibt es, wenn Laien zu Fotografen und Journalisten werden?
Das grösste Problem ist natürlich das Gesetz. Aber im Internet bin ich überzeugt davon, dass wir Risiken eingehen müssen. Wenn Du ängstlich bist und immer nur nach den Gesetzen spielst, wäre die Webseite nicht dynamisch. Die Wichtigste ist, dass wir uns in der multikuturellen Umgebung von Singapur richtig bewegen. Das heisst, wenn es nicht relevant für die Geschichte ist, nehmen wir die Rasse und Herkunft des Betroffenen raus. In diesem Punkt und wenn es um Religion geht sind wir sehr vorsichtig.

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Mein Zeit als Blogger ist bald beendet, da ich ja heute abend wieder zurück in die Schweiz fliege. In den kommenden Tagen werde ich versuchen noch ein Interview mit Felix Soh, Leiter Digitale Medien bei der Singapore Press Holdings, zu veröffentlichen.

Wer sich weiterhin für Entwicklungen in Sachen Neue Medien interessiert, dem muss ich an dieser Stelle mal den Podcast „Blick über den Tellerrand“ von Alex Wunschel ans Herz legen.

Persönlich kenne ich den Alex Wunschel aus Schwabing noch nicht, aber er gehört unbestritten zu den deutschsprachigen Pionieren in Sachen Podcast. Seinen wöchentlichen Rückblick auf Internet, Online-Marketing und alles, was einen sonst noch an Neuen Medien interessiert, gibt es jetzt schon in der 147 Ausgabe.

Ich persönlich höre mir das schon ziemlich lange an. Und da er jenseits der Bruno Bondi Show sonst recht wenig über die Schweiz erzählt, habe ich ihm vergangene Woche mal eine E-Mail mit einem Gruss aus Singapur geschickt. Ich hatte mir kurz zuvor seinen jüngsten „Blick über den Tellerrand“ angehört. Am Ende meiner Mail war dann noch ein Hinweis auf diesen Blog.

Was dabei herauskam, hat am Wochenende ein ganz fettes Lächeln auf mein Gesicht gezaubert. Und ich sage es nochmal: Wir kennen uns nicht.

Wie sehr er diesen Blog und den Internetauftritt der Coopzeitung lobt, kann sich jeder in der Ausgabe 147 ab Minute 20 anhören. Noch einfacher ist es den ganzen Blick mit iTunes kostenlos zu abonnieren. Denn der Mann weiss wovon er spricht.

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Es hat ganz harmlos angefangen. Walton Morais, Head Trainig bei der Singapore Press Holdings, hat mich auf einen Fruchtsaft im Betriebsrestaurant eingeladen. Er ist der Mann, der meinen Aufenthalt hier überhaupt ermöglicht hat. Wie haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden. Nach einer guten Stunde mit Gesprächen über Medien in Singapur und in der Schweiz fragt er plötzlich: „Kannst Du mir einen Gefallen tun? Würdest Du vor meiner Klasse mit Nachwuchsjournalisten eine Präsentation halten?“

Da kann ich ja schlecht nein sagen. So erzähle ich den Nachwuchsjournalisten heute, was Medienkonvergenz ist. Also wieviele schöne Online-Inhalte enstanden sind, weil die Printjournalisten und Fotografen der Coop Presse bereits vor ihrer Reportage darüber nachgedacht haben, was es da noch für einen Mehrwert im Internet geben könnte.

Auch vom Coop Online-Coach und seinen engagierten Bloggerinnen werden wir heute reden. Genauso wie über die Verlängerung von beliebten Zeitungsinhalte ins Netz. Wenn wir dann über Video-Rezept und den Podcast von Margarethe Letzel gesprochen haben, werden wir sicher auch noch unser neuestes Highlight mit „Schreiber versus Schneider“ schauen. Unser erstes Video ist ja bereits online.

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Wow: Titelseite der Straits Times mit grossem Bild am Samstag und zwei Seiten im Innenteil. Und auch heute wieder ein Hinweis auf der Frontseite der Sunday Times mit zwei weiteren Seiten im Innenteil.
Singapur hat einen Anlass, der die Gemüter bewegt und deshalb bemühen sich die Journalisten auch um die richtigen Worte:

„Sie war ein gut aussehendes Mädchen aus Singapur. Sie verkehrte mit Adligen, Filmstars und Staatsmännern. Menschen bezahlten für eine Tasse Tee mit ihr und unzählige andere gaben Geld für ein Foto mit ihr.“

„Ich kannte Sie länger als meine Frau.“

„Als ich von ihrem Tod las, war ich geschockt und sehr traurig.“
„Ich habe Ah Meng, wie meine beste Freundin behandelt.“


„Ah Meng, die Ikone Singapurs hinterlässt fünf Kinder und sechs Enkel. Sie verstarb am Freitag nach ihrem „Früchte-Frühstück.“

Ah Meng war der Star im Zoo von Singapur. Der Orang Utan starb am Freitag im Alter von 46 Jahren. Wer wissen will, wie beliebt der Affe war, kann hier einen Blick ins das Online-Kondolenzbuch werfen.

Wer auf das erste Bild klickt, sieht, dass sich zumindest der Karrikaturist der Sunday Times auch bei diesem Thema noch etwas von seinem Humor bewahrt hat.

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Ein alter Schulfreund, der lange als Berater in verschiedenen Firmen war, hat es mal sehr schön ausgedrückt. „Schlechtes Englisch“ ist die Sprache, die am häufigsten auf der Welt gesprochen wird.

„Ja lah. Courts are opeeeen.“ Das ist Taxifahrerslang und heisst soviel wie: „Klar, hör zu Mann! Die Zentren mit Imbissständen und Restaurants sind geöffnet.“ Ein wenig sprachliches Verbesserungspotenzial gibt es also auch in Singapur noch.

In einer Kooperation mit Nationalbibliothek und Straits Times hat STOMP auch für dieses Themea eine interessante Weblösung gefunden. „English as it is broken“ bringt Menschen die englische Sprache via Internet, Webvideo, Zeitung, Pop-Konzert und einem Buch näher. Das ist nur halb so trocken, wie es klingt, denn wenn die Leser die schönen Beispiele für schlechtes Englisch aus Speisekarten und Schildern einschicken, dann hat das auch einen grossen Unterhaltungswert. Das Buch landete für mehrere Wochen an der Spitze der Bestsellerlisten.

Ich glaube ich muss mir das Buch doch noch kaufen. Oder doch nochmal ein Mathebuch?

Heute morgen wäre mir nämlich fast der gleiche Fehler passiert, der im vergangenen Jahr bei der Berichterstattung über myspace oder youtube für Lacher gesorgt hat. In einer deutschen Meldung hatte jemand aus dem englischen Wort „billion“ eine deutsche Billion gemacht.

Über China berichtet die Straits Times in ihrer heutigen Ausgabe von „17 billions“ SMS in der Nacht von Chinese New Year. Nein, das sind keine 17 Billionen sondern nur 17 Milliarden und die sehen so aus:

17 000 000 000

17 Billionen sehen dagegen so aus:

17 000.000.000.000

Wenn ich jetzt nicht total falsch gerechnet habe, dann heisst das aber immer noch, das bei 1, 3 Milliarden Menschen in China jeder im Schnitt rund 13 SMS verschickt hat. Das wäre dann doch wieder beindruckend. Oder?

PS: Wenn ich bei diesen Gewächshaustemperaturen dann doch falsch gerechnet haben sollte, ist dies der Moment, in dem alle kommentieren dürfen.

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Ratte vertreibt Schwein

Menschen mit riesigen roten Schachteln voller Süssigkeiten, Teenager, die mit glänzenden Augen auf das Geld in roten Umschlägen schauen und jede Menge Essen. Es ist soweit: Chinese New Year. Das Jahr des Schweins ist vorbei und nun bricht die Zeit der Ratte an.

Sie haben ein Problem mit Ratten? Macht nichts, denn die Merchandising-Industrie hat sich da auch so ihre Gedanken gemacht. Am Wochenende gab dazu einen schönen Artikel in der Sunday Straits Times. Fragestellung: Wie soll ich meiner Tochter erklären, was Micky Maus mit dem Jahr der Ratte zu tun hat?

Als ich die ersten Dekorationen in Chinatown gesehen habe, wollte ich meinen Augen auch nicht trauen: Micky Maus und sogar ihre Freunde Goofy und Donald haben sich wirklich einen übermächtigen Platz auf den Strassen von Chinatown erobert. Bernard & Bianca, Jerry oder Chip & Chap – irgendwie sind auch die anderen Illustrationen sehr stark von Zeichentrick-Mäusen geprägt. Komisch, dass sich noch keiner beim Trickfilmhelden Ratatouille bedient hat.

Egal, denn ich gehe jetzt in den Zoo. Da wartet etwas, was sich Walt Disney und die anderen Comic-Kollegen noch nicht ausgemalt haben: Das Tierchen heisst Capybara. Kann bis zu 78 Kilo schwer werden und wird als grösste Ratte der Welt gehandelt.

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In den vergangenen Tagen habe ich schon einiges über die Leserreporter von Singapore Seen unter dem Dach von STOMP berichtet. Umso erstaunlicher ist es für mich, dass nun ein Video bei Youtube die ganze Stadt in Atem hält. TV-Stationen, Zeitungen und Webseiten haben seit gut 24 Stunden vor allem ein lokales Top-Thema.

Nach der Veröffentlichung von insgesamt sechs Videos auf der Internet-Plattform wurde ein Kindermädchen wegen Misshandlung eines Babys verhaftet. Die Eltern des Säuglings hatten in ihrer Wohnung eine Überwachungskamera installiert. Beim Blick auf die Aufzeichnung mussten sie mit ansehen, wie die überforderte Babysitterin das Kind mehrfach schüttelt und ihm in einer Art Wiege aus Stoff, die an einen Gummiband hängt, einen Tritt verpasst.

Im Moment hat der erste Clip fast 30 000 Abrufe. Die Videos sind erschreckend. Ich habe sie deshalb bewusst nicht in den Blog integriert. Wer sich trotzdem einen Eindruck verschaffen will, kann das hier tun.

Nachdem es bereits mehrere Tausend Kommentare bei Youtube gegeben hat, gibt es auch eine gute Nachricht. Vor drei Stunden haben sich dort die Eltern zu Wort gemeldet: „Danke für all das Mitgefühl. Das Baby ist gesund und es geht ihm gut.“

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