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Steve Jobs mit iPod - Foto: Dunechaser's photostream on Flickr (CC)

Gut sechs Wochen ist der E-Book Reader Kindle jetzt bei mir. Zeit für eine kurze Zwischenbilanz, denn am kommenden Montag werde ich eine Präsentation über die zukünftige Chancen dieser Geräte halten.

In den vergangenen Wochen musste ich immer wieder an meinen ersten iPod denken. Die Frage für die Präsentation ist denn auch: „Can e-book readers become the iPod for books?“

Dazu lohnt sich zuerst ein Blick auf die Geschichte von MP3 und dem iPod. Ich kann mich noch gut an meine erste Reportage erinnern. Aus heutiger Sicht war MP3 vor der Einführung des iPods:

  • ein ziemlich männliches Nerd-Thema. Bei der Umwandlung der ersten CD’s waren noch unterschiedliche Software-Anwendungen (Ripper, Encoder…) nötig
  • dementsprechend sahen auch die Player aus.

Warum es der iPod trotzdem zum Lifestyle-Produkt geschafft hat? Da gibt es aus meiner Sicht eine ganze Reihe von Gründen. Mir sind folgende besonders im Gedächtnis geblieben:

  • Design: Haptik und Usability waren vollkommen neu und wurden im Gegensatz zu den unförmigen Nerd-Playern auch schnell von Frauen akzeptiert.
  • Clevere Lösungen: iTunes ermöglichte kinderleichtes Konvertieren und der Shop war eine echte Innovation für legale Downloads.
  • Kostenlose Inhalte: Gleichzeitig verlief der Siegeszug des iPods auch parallel zum Erfolg von Filesharing Plattformen wie Napster. Dadurch war jede Menge kostenloses Material für die riesigen Speicher vorhanden.

Wenn ich nun heute auf meinen Kindle von Amazon schaue, dann kommen mir gewisse Parallelen in den Sinn:

  • Design: Haptik und Usability des Kindles sind überzeugend.
  • Clevere Lösungen: Die kostenlose und unabhängige Software Calibre ermöglicht einfaches Management und Konvertieren von E-Books. Gleichzeitig finde ich den Amazon Kindle Shop mit der drahtlosen Übertragung auch sehr praktisch.
  • Kostenlose Inhalte: Klar gibt es auch hier wieder illegale Raubkopien im Netz. Doch wer braucht das, wenn Websites wie das Projekt Gutenberg jede Menge Qualitätsinhalte kostenlos anbieten.

Natürlich gibt es auch eine ganze Menge Unterschiede:

  • Schon die pure Menge im Konsum von Büchern und Musik ist vollkommen unterschiedlich.
  • Musik hören wir in anderen Situationen und an anderen Orten.
  • Bücher spielen eine ganz andere Rolle für unsere Bildung.
  • Für den eingeschworenen Leser eines Buches zählt auch das Rascheln des Papiers beim Blättern und das Bücherregal in der Wohnung.

Nach den guten Erfahrungen in den vergangenen Wochen glaube ich persönlich an einen schnellen Erfolg der E-Book Reader. Schon heute liefert Amazon-Boss Jeff Bezos im Interview mit der New York Times eine ganz erstaunliche Zahl: „For every 100 copies of a physical book we sell, where we have the Kindle edition, we will sell 48 copies of the Kindle edition.“

Wer tiefer in das Thema eintauchen will, kann das mit ein paar schnellen FAQ’s tun, die ich für meine Präsentation zusammen gestellt habe. Aus Zeitgründen gibt es die – wie übrigens auch die meisten Inhalte für E-Book Reader –  im Moment nur in Englisch:

How many different e-reading devices are on the market?
There is a growing number of different manufactures. At the moment Amazon and Sony offer the most famous devices. In addition, a new reader of Barnes & Noble got a lot of attention in the last weeks.
See: MobileRead Wiki

What technology is used?
You don’t need a PC or a smart phone to read an e-book. The e-ink technology on devices like Amazon’s Kindle or Sony’s PRS 700 provides a new electronic reading possibility. The screen is not illuminated and hence resembles paper. Up to now the readers with e-ink have a black-and-white display.
See: MobileRead Wiki

How many books can I store on an e-book reader?
A Kindle 2 holds up to 1’500 books.

How many e-book readers are used worldwide?
The e-reader industry doesn’t publish too many facts and figures. North America, where Amazon started the Kindle sales two years ago, is ahead. According to an article published by The Washington Post on 5 November experts predict that ten million people will be carrying e-­readers by the end of 2010.
See: Washington Post

What is the battery life of an e-book reader?
Your Kindle allows you to read for up to one week on a single charge with wireless on. Wireless is just needed for updates or if you want to buy a book. If you switch off wireless the international Kindle works much longer.

How heavy is such an e-reader?
The Kindle for instance weighs 290 grams.

Where can I buy books for an e-book reader?
Sony and Amazon have their own shops. Amazon delivers books wirelessly in less than 60 seconds.
See: Kindle Store
and: Sony Store

Is there free content for e-book readers?
There is a lot of free content.
See: Projekt Gutenberg , Digital Book Index or  Feedbooks

Nomen nest omen. Can e-readers only read books?
No. You now find the first e-editions of newspapers and magazines in the Kindle store. In addition, you can set up subscriptions to blog or other content with full RSS-feeds on special websites.
For newspapers see: Amazon
RSS subscriptions for e-book readers see: Feedbooks

Is there a common e-book format like mp3 for audio?
Unfortunately there is not one format like mp3. Epub is an open format that is used by Sony. Amazon has its own format that is called AZW.

How complicated are e-book readers?
Amazon’s international Kindle edition has a wonderful usability. The wireless transfer of books or a connection via USB and your PC is quite easy.

Is there software like iTunes to manage and convert your content?
Amazon and Sony don’t offer such software. But for Calibre there is a very powerful open source software that helps you with the conversion and management of your e-books.
See: Calibre

What other devices can be used to read e-books?
It’s possible to read e-books on your PC, smart phones or tablet PC.

pause

pause

2009 war bisher nicht mein Blogger-Jahr. Gut ein Jahr nach dem ersten Blog-Beitrag ist es deshalb Zeit für eine Pause. Dieser Blog wird vorerst nicht mehr aktualisiert.

google_sm2Heute schon nachgeschaut, was Google über Dich weiss? Manchmal schadet das wirklich nicht. Ganz neu ist die Diskussion zum Thema Online-Reputation nicht.  Es macht sich einfach nicht gut, wenn die Personalabteilung ihren Bewerber wegen aussagekräftiger Partyfotos schon vor der Einstellung als Kampftrinker identifiziert. Eigentlich sollte das inzwischen  jeder mal gehört haben.

Doch auch ohne ausschweifenden Lebenswandel lohnt es sich mal zu fragen: Was weiss Google über mich? Die private Handynummer, eine Beziehung mit einer Frau namens Claudia, Claudias Telefonnummer im Büro, die Vergangenheit in einer Rockband… Der 29jährige Franzose Marc L. war ganz offenbar etwas unvorsichtig mit seinen persönlichen Daten im Netz. Deshalb hat das französische Magazin “Le Tigre“ mit ihm eine gleichermassen faszinierende wie erschreckende journalistische Darstellungsform erfunden:  “Das Google-Portrait.”

In diesem Portrait erfährt der Leser Dank offener Einträge in Flickr und Facebook eine ganze Menge über Marc L***. Inzwischen hat Marc alle seine Einträge gelöscht. Nach einer Meldung der französischen Nachrichtenagentur AFP will “Le Tigre” aber auch in Zukunft solche Google-Portraits veröffentlichen.

Wer keine Lust auf Portraits in französischen Magazinen hat, sollte sich bei Facebook in der Rubrik “Settings” mal ganz in Ruhe den Bereich “Privacy Settings” anschauen.  Sowas gibt es auch in den meisten anderen Social-Media-Angeboten.

Es wäre so schön. Mit einem einfachen Klick könnte YouTube die ganze Online-Welt der Tagsezeitungen im Web verändern. Wäre es nicht praktisch, wenn jede Tageszeitung auf ihrer Webseite einfach einen Player integrieren könnte und passend zu jeder Story auch eines der unzähligen Videos von YouTube veröffentlichen könnte? Wer sich mal die Mühe macht und mit einem Juristen über dieses Thema redet, lässt das schnell sein. Denn schon in den Nutzungsbedingungen steht:

„You agree not to use the Website, including the YouTube Embeddable Player for any commercial use, without the prior written authorization of YouTube. Prohibited commercial uses include any of the following actions taken without YouTube’s express approval:

  • sale of access to the Website or its related services (such as the Embeddable Player) on another website;
  • use of the Website or its related services (such as the Embeddable Player), for the primary purpose of gaining advertising or subscription revenue

Wäre spannend zu wissen, wie die US-Anwälte reagieren, wenn Sie sehen, welche Schweizer Newsportale mit Banner-Werbung so alles YouTube-Videos syndizieren und neben ihren Artikeln integrieren.  Im vergangenen Jahr hat mich auch mal ein Jurist darauf aufmerksam gemacht, dass die „Terms of Use“ vieler Angebote im Web 2.0 eigentlich nur für den Gebrauch von Privatpersonen gemacht sind. Das heisst, dass sich Medienhäuser dann sowieso nicht auf diese „Terms of Use“ berufen können, wenn sie bei der Nutzung eines solchen Dienstes irgendwelche Copyrights verletzen. Zu Risiken und Nebenwirkungen bei Content-Syndizierung im Web 2.0 fragen Sie also besser den Anwalt ihres Vertrauens.

Trotzdem sollte YouTube nicht aus dem Blickwinkel von Tageszeitungsmachern verschwinden. In den USA haben die Verlage längst die Marketing-Power dieser Plattform erkannt. Wer seine eigenen Newsvideos zusätzlich noch über YouTube anbietet scheint einen echten Vorteil zu haben. Bei www.10000words.net gibt es eine schöne Übersicht von mehreren hundert Verlagen, die zu dieser Überzeugung gekommen sind:

youtube-map1www.10000words.net

Wie das iPhone benutzt wird

Für Webverantwortliche sind Usability-Tests manchmal eine herbe Enttäuschung. Selten agieren unbedarfte Nutzer so, wie sich die Verantwortlichen das mal bei der Konzeption der Webseite vorgestellt haben. Das zeigt sich sogar beim iPhone, das sonst so oft wegen seiner intuitiven Handhabung gelobt wurde.
i-usability

„Wir müssen dann schon aufpassen, dass aus Bürgerjournalismus nicht irgendwann Würgerjournalismus wird.“ Manche Sätze aus einem Meeting bleiben einem länger im Kopf. Und mit einem abgeschlossenem Rhetorik-Studium habe ich Respekt vor gut gemachten Wortspielen. Dies hier ist zwar etwas schräg, aber durchaus zündend, wenn es um polemische Stimmungsmache geht.

Wenn jetzt noch von „Loser Generated Content“ die Rede ist, dann finde ich diese Abwandlung von „User Generated Content“ rein sprachlich auch nicht ganz talentlos.

Apple-Kurs sinkt nach Falschmeldung eines Leserreporters

Inhaltlich sind solche Äusserungen ein Akt der letzten Verzweiflung. Daran ändert auch „Johntw“ nichts Wesentliches. Anfang Oktober hat „Johntw“ mit der Falschmeldung über einen angeblichen Herzinfarkt von Apple Boss Steve Jobs beim iReport von CNN für grosse Aufregung gesorgt.

Dies ist mehr als ein schlechter Scherz und die negativen Auswirkungen auf den Börsenkurs von Apple haben gezeigt, was ein einzelner Bürgerjournalist alles anrichten kann.

Im Moment gibt es allerdings mehr als 171 000 Beiträge auf der CNN-Plattform, die erst im Februar gestartet ist. Wenn ein Idiot daneben haut, sollte sich der eine oder andere Kritiker deshalb schon überlegen, ob er gleich das ganze Genre in Frage stellt. Es gab auch im professionellen Medienbetrieb mehr gravierende Falschmeldungen als die Hitler Tagebücher beim Stern. Danach wurde auch nicht die Publikationsform „Magazin“ in Frage gestellt. Warum also die freudigen Reaktionen auf ein Scheitern und Polemisches wie „Würgerjournalismus“ ?

Falsche Erwartungen an Bürgerjournalisten gehabt

Es ist die pure Enttäuschung, die Kritikern von Bürgerjournalismus und User Generated Content so viel Aufwind verschafft. Vor gut zwei Jahren hatten viele  Verleger in Deutschland noch glänzende Augen, als die Saarbrücker Zeitung mit dem Leserreporter anfing. Beim Ifra-Kongress Zeitung online 2006 wurde begeistert über das Thema diskutiert.

Die Technik kam von den Pionieren der norwegischen Verlagsgruppe Schibsted. Beim Boulevard Blatt Verdens Gang hatten die Norweger während des Tsunamis beeindruckende Erfahrungen gesammelt. Das  Lehrstück zum Thema Bürgerjournalismus wird in diesem PDF ab Seite 46 verkürzt erklärt.

User Generated Content gibt es nicht kostenlos

Was der Referent damals verschwieg, sind zwei Grundregeln des Bürgerjounalismus, die jedem ausgebildeten Journalisten auf den Magen schlagen:

  • Medienhäuser und Journalisten verdienen Geld mit Inhalten. Wenn jemand trotzdem kostenlose Inhalte für ein Medienhaus liefert, bedarf es zumindest einer grossen Portion Respekt. Wer da nach journalistischen Massstäben redigiert, wird schnell merken, dass seine Leserreporter das gar nicht schätzen.

Mit Themenauswahl, Themengewichtung und einer eigenen Sprache nehmen die Leserreporter klassischen Journalisten also sehr viel Elementares aus Ihrem eigentlichen Berufsbild weg.

Da kann man schon mal etwas polemisch mit Schlachtrufen wie „Würgerjournalismus“ und „Loser Generated Content“ reagieren. Aufhalten lässt sich die Entwicklung damit allerdings nicht.

Ich bin mir ziemlich sicher: Spätestens an Weihnachten werden die EeePCs der grosse Verkaufsschlager. So ein kleiner, feiner Mini-Laptop zu einem derart günstigen Preis wird viele begeistern.
Nach drei Wochen mit meinem EeePC kann ich sagen, dass diese Art von Computer eine ganze Menge Vorteile hat:

  • Grösse und Gewicht sind einmalig. Ein EeePC wiegt weniger als ein Kilo. Das führt zu einem vollkommen neuen Surferlebnis im Web. Er trägt sich locker und leicht wie ein Taschenbuch und kann deshalb auch mal bequem einhändig auf dem Sofa bedient werden. Mit diesem Format könnte ich mir  das Gerät schon fast als eBook-Reader vorstellen. Zum Mailen und Surfen auf Dienstreisen reicht das alle mal.
  • Der EeePC ist ein Blitzstarter. Mit dem Betriebssystem Linux dauert es nur wenige Sekunden bis das Gerät hochgefahren und online ist.
  • Beim Modell mit 8.9 Zoll werden die meisten Webseiten fehlerfrei dargestellt. Vorsicht bei Sonderangeboten. Bei den ersten Modellen konnte teilweise noch keine Auflösung von 1024 x 600 angezeigt werden. Manche Webseite erscheint da ziemlich hässlich.

Keine Frage: Der EeePC ist ein einfaches und sehr praktisches Surfbrett, das nebenbei auch für Skype und IP-Radio einsetzbar ist.  Ein weiteres Mal kommt die treffendste Umschreibung für einen Gegenstand aus dem Englischen. Dort heisst Geräte wie der EeePC inzwischen „Netbook„.

Wer das Gerät dagegen im klassischen Sinne als Notebook nutzen will, muss ein paar handfeste Nachteile in Kauf nehmen:

  • Die Tatstaur ist sehr klein. Wer schnell und blind tippt und auch immer wieder auf anderen Tastaturen schreibt, wird sich häufig vertippen.
  • Die Akkulaufzeit ist begrenzt. Ich habe zwar noch nie so richtig auf die Stoppuhr geschaut, aber nach knapp drei Stunden im Web ist der Akku leer.

Vielleicht hat sich zumindest das Problem mit der Tastatur bald erledigt. Seit einigen Tagen geistert auf einigen Webseiten eine sehr feine Idee herum. Angeblich arbeitet die Firma OLO im Moment an einem Netbook, in das ein Iphone an Stelle des Touchpads als Navigationselement eingeklinkt wird.

Darstellung unter http://olo-computer.com