Die erste Woche mit meinem Chumby ist fast vorbei. Und heute kam doch tatsächlich noch eine Mail von einem Geschäftskontakt: “Da 179 USD für einen Wecker aber ziemlich viel Geld ist, möchte ich kurz bei Ihnen fragen ob Sie ihn mir empfehlen würden. “
Zeit für einen Wochenrückblick, denn die Frage bringt mich zu einem netten Dejà-vu. Vor einigen Jahren haben mir Arbeitskollegen ähnliche Fragen zu meinem ersten iPod geschickt. Und auch dieses Mal kann ich nach einer Woche sagen: Es kommt ganz auf die Ewartungen an:
- Technisch hatte ich keine Probleme. Das Einrichten war sehr einfach. Im aktuellen Betrieb geht der Wechsel vom Standby- in den Online-Modus sehr schnell
- Als Vorführ-Effekt hat vergangenen Samstag beim Besuch eines Kollegens mal der IP-Radio-Part gestreikt, aber inzwischen geht er wieder. Ich persönlich nutze aber lieber mein Noxon IP-Radio von Terratec, da ich da eine bessere Senderauswahl habe.
- Der Touchscreen ist etwas gewöhnungsbedürftig, da Chumby eher auf den Fingernagel als auf den ganzen Finger reagiert
- Die Stromversorgung ist kein Problem, da das Netzteil laut Hinweis auf dem Stecker von 110 bis 220 Volt betrieben werden kann und bereits mit Wechselstrom ausgeliefert wird. Deshalb ist es wichtig, das man für den amerikanischen Stecker einen Adapter kauft, der nur mechanisch ist. Ich bin kein Techniker, aber im Laden wurden mir erklärt, dass es auch Adapter gibt, die von Gleich- auf Wechselstrom umpolen. Mein Adapter, der das nicht tun muss, hat nur 3 Franken gekostet.
- Wie gut der Wecker funktioniert, kann ich noch nicht sagen, da mein Chumby in der Küche steht.
- Die Einstellung von Zürich als Timezone und Ort für das Wetter-Widget waren kein Problem.
Ich persönlich habe mir den Chumby so ein wenig unter dem “wie bekommen wir morgen unsere News”-Motto gekauft. Inzwischen gibt es ja sogar schon die ersten wireless Bilderrahmen, die via Framechannel ebenfalls mit Nachrichten oder Unterhaltungselementen gefüllt werden können. Die Rahmen sind meist deutlich teurer und das Angebot von Chumby gefällt mir inhaltlich deutlich besser:
- Dank RSS-Reader bekomme ich auch Schweizer Nachrichten auf den Schirm. Eine solche Möglichkeit habe ich bei Framechannel noch nicht gefunden.
- Beim Blick auf die Teamseiten von Chumby entsteht der Eindruck, dass hier einige alte Technologie- und Web-Hasen am Werk sind. Dementsprechend schnell ist die Entwicklung der Widgets für Chumby. Natürlich interessiere ich mich nicht für amerikanischen Baseball-Ergebnisse. Trotzdem ist es interessant, was die Entwickler fast täglich an neuen Widgets veröffentlichen.
- Meiner Flickr-Fotos vom Singapur-Aufenthalt laufen hervorragend durch. Bei der Grösse des Bildschirms ist aber natürlich kein beeindruckendes Bilderlebnis möglich. Das ist in etwa so, wie wenn man sich beim Rückflug aus den Ferien seine Bilder auf dem Display der Digitalkamera anschaut.
- Neben meinem Newschannel habe ich einen Testchannel für das Kind im Manne eingerichtet. Da läuft das ganze Fun-Angebot: Elefanten, Fische und Pandabär aus Zoo-Webcams oder der Kanal mit einer Kuckucksuhr. Wer will kann sich auch alte Werbespots oder die besten Sprüche Lettermans auf dem Chumby anschauen.
Mein Fazit nach einer Woche. Macht Spass und ich hoffe, dass die Technik weiterhin so stabil bleibt.
“Für das Kind im Manne. Der Kuckuck im Chumby”

Danke für die ausführliche Antwort. Die Reduzierung auf “Wecker” war natürlich keineswegs despektierlich gemeint
Aber als ich meiner besseren Hälfte mit glänzenden Augen von meinem neuen Objekt der Begierde erzählt habe, konnte Madame nicht genau nachvollziehen warum ich eben “…so viel Geld für einen Wecker ausgeben will”. Aber da das Gerät ja auch zum Teil aus Stoff besteht, wird sie ihn sicher ins Herz schliessen.
Jetzt heisst es warten und hoffen, dass mein Mailforwarder in den USA tatsächlich so schnell liefert wie angepriesen.