Wenn vor acht Jahren über den Erfolg von Websites gesprochen wurde, ging es vor allem um so genannte Page Impressions. Das sind Abrufe einzelner Webseiten. Irgendwann haben dann alle gemerkt, wie leicht man diese Seitenabrufe mit Bildergalerien oder kleinen Quiz-Tools in die Höhe treiben kann. Deshalb wurden später auch die Besucher und Besuche einer Webseite zu wichtigen Grössen.
Im Moment wandelt sich die Medienlandschaft jedoch so schnell, dass es schon ein Erfolg ist, wenn die Leser einem Medienhaus überhaupt treu bleiben. Immer mehr Anbieter gehen deshalb dazu über Ihre Inhalte auf ganz verschiedenen Kanälen anzubieten. Den Besuchern des britischen Portals Videojug wird deshalb zum Beispiel jeder Film fürs Web, den iPod, das Mobiltelefon oder die portable Sony-Spielkonsole PSP angeboten.
Angebot bei www.videojug.com
Den deutschen Spiegel gibt es im Web, als Magazin, im TV und fürs Handy. Und auch die Kolumnisten Schreiber vs Schneider machen neben ihren Kolumnen in der Coopzeitung auch Audio- und Videoformate für den iPod.
Wenn es um Texte geht ist RSS eine tolle Möglickeit für Verlage an unterschiedlichen Orten genutzt zu werden. Bei Anbietern wie Bloglines, Netvibes oder iGoogle kann sich jeder seine private Nachrichtenseite mit Widgets und RSS-Schlagzeilen basteln. Die passenden Links dazu gibt es zum Beispiel hier:
• NZZ
• Blick
• 20 Minuten
• Der Spiegel
• Weltwoche
• cashdaily
• Dieser Blog
RSS-Abo in Firefox-Ansicht
Für das kleine wireless Device Chumby, das seit vergangener Woche in meiner Küche steht, ist RSS auch eine tolle Erfindung. Da der Chumby bisher nur in den USA und via Ebay verkauft wird, gibt es noch keine Schweizer Widgets für ihn. Da ist es klasse, wenn ich mir mit einem RSS-Reader die Schweizer Nachrichten auf den Touchscreen holen kann.
In der Theorie ist das toll. In der Praxis muss ich sagen, dass der Grossteil der RSS-Feeds aus der Schweiz und Deutschland sehr stiefmütterlich behandelt wird. Wenn RSS-Feeds
• nur aus einer Neugier weckenden aber nichts sagenden Überschrift bestehen
• automatisch generiert werden und Meldungen deshalb mitten im Wort abbrechen
• schlampig abgefüllt werden und statt der Nachricht nur Quellcode kommt
• oder an einem Montag noch das Datum vom Samstag tragen
dann ärgert das Chumby und mich gewaltig. Ein Erlebnis, das ich bis zum nächsten Besuch am Kiosk bestimmt nicht vergessen habe.