Inzwischen ist es schon fast zwei Jahre her, dass ich das erste Mal von STOMP gehört habe. Das war bei einem Vortrag der damaligen Chefredaktorin Jennifer Lewis in Europa. Im Publikum waren hunderte von Medienmenschen aus der ganzen Welt. Und als sie das erste Mal auf ihren Wettbewerb MMsing zu sprechen kam, ging ein anerkennendes Raunen durch die Menge.
Die Idee ist gleichermassen einfach wie genial. Wie in anderen Teilen Asiens lieben die Menschen in Singapur Karaoke. Auch heute gibt es jede Menge Bars, in denen mehr oder weniger begabte Menschen ein Mikrofon greifen und zum Playback bekannter Hits mitsingen. Mindestens genauso gern haben die Menschen hier ihr Handy. Es vergeht wirklich kein Meter Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ohne das jemand eine SMS verschickt.
MMsing ist die logische Kombination aus beiden Vorlieben. Im ersten Schritt singen die Leser etwas und lassen sich dabei mit dem Handy filmen. Danach wird der Clip via MMS an STOMP geschickt. Dort wird er kontrolliert und auf der Webseite veröffentlicht, wo die Leser später über den besten Beitrag abstimmen. Im Gegensatz zu den TV-Casting-Formaten wie Musicstar, Popstars oder American Idol winkt dem Sieger hier jedoch kein Plattenvertrag sondern der sehr attraktive Hauptgewinn von 10.000 Singapur Dollar, was mehr als 7600 Franken entspricht.
Ein wenig verrückt und jenseits aller europäischen Gewohnheiten mag mancher vielleicht denken. In einem Punkt sind die Menschen aber hier gar nicht so weit von der Schweiz entfernt. Auch sie lieben ihre Kinder. Und deshalb belegte die talentierte Jennifer Tham mit ihren 17 Jahren nur Platz zwei. Sieger wurde Caleb Lee Kai, der so zwischen 2 und 3 Jahren alt sein muss. Auf den Seiten von STOMP ist er im Moment noch mit seiner Interpretation von “Alle Vögel sind schon da” zu finden.
